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Die Marienschule ist UmweltSchule!


Im November 2020 wurde die Marienschule nun zum fünften Mal als Umweltschule ausgewiesen. Leider konnte in diesem Jahr auf Grund der Corona-Pandemie die Überreichung der Urkunde nicht wie üblich im Rahmen einer feierlichen Auszeichnungsveranstaltung durch Vertreter des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) und des Hessischen Kultusministeriums (HKM) stattfinden.

Das Konzept UmweltSchule versteht sich in erster Linie nicht als ein Wettbewerb, bei dem es nur wenige Gewinner gibt, sondern als ein Programm, das viele erfolgreiche Teilnehmer hervorbringt. Es ist ein Programm mit dem der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung an den Schulen ein größerer Stellenwert eingeräumt werden soll. Denn nur so ist es möglich, dass junge Menschen langfristig die Kompetenzen entwickeln können, die für das Leben im 21. Jahrhundert unbedingt notwendig sind (Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz & Hessisches Kultusministerium 2011).
Angesichts der stetig steigenden Umweltprobleme wird es in Schulen immer wichtiger, Umweltbildung nicht nur als begleitenden Unterrichtsstoff zu behandeln, sondern entsprechende Themen verstärkt in außerunterrichtlichen Projekten anzubieten. Hierbei stellt das Zertifikat „UmweltSchule“ einen wichtigen Ansporn für Kollegen/innen und Schüler/innen dar, um sich in einzelnen, selbst ausgewählten Projekten klassen- oder auch stufenübergreifend mit umweltbezogenen Themen auseinanderzusetzen.

Da das Angebot an geeigneten und abwechslungsreichen Themen sehr groß ist, fällt es nicht schwer, immer wieder neue, ansprechende, auf die Bedürfnisse der jeweiligen Schule zugeschnittene Projekte zu entwickeln und umzusetzen, während einige der früheren Projekte zum Teil über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden können. Bei der Planung und Umsetzung ihrer Vorhaben werden die Schulen bei Bedarf stets auch von regionalen Partnern wie dem Umweltzentrum, dem Biosphärenreservat, den örtlichen Forstämtern und anderen persönlichen Ansprechpartnern begleitet und tatkräftig unterstützt.

Die Marienschule als "Fledermausfreundliches Haus"

In den älteren Gebäudeteilen der Marienschule in der Lindenstraße werden schon seit Jahrzehnten umfangreiche Fledermauskolonien beobachtet. Nach zahlreichen aktuellen Begehungen seitens der Schule hat der NABU-Landesverband in Wetzlar das besondere Engagement der Schule hinsichtlich der Erhaltung dieser bedrohten Tierart gewürdigt und die Marienschule am 14.6.2007 als erste Schule in Stadt und Landkreis Fulda mit der Urkunde und Plakette „Fledermaus-freundliches Haus“ ausgezeichnet.Natürlich verpflichtet eine solche Auszeichnung auch dazu, die Fledermausquartiere und die Jagdgründe dieser Tiere langfristig zu erhalten sowie den Fledermausschutz in diesem Bereich langfristig zu unterstützen.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Umweltbildung sollte die Umweltbildung eine feste Säule in jedem Schulprogramm sein. Vorhaben und Projekte der Umweltbildung sind stets auf konkrete Erfahrungssituationen bezogen und vermitteln nicht nur Inhalte, sondern auch Wertevorstellungen, die einen behutsamen Umgang mit der Natur, Empfindsamkeit, innere Betroffenheit und Engagement für Natur- und Umweltschutz bei den Schülerinnen fördern sollen. Hierzu zählt beispielsweise die Erziehung zu einem umweltbewussten und nachhaltigen Umgang mit verschiedenen Ressourcen. Alle Klassen- und Fachräume, Bibliotheken, die Cafeteria und das Lehrerzimmer sind mit entsprechenden Behältnissen zur Abfalltrennung ausgestattet. Für die sachgerechte Nutzung und Leerung der Müllbehälter wird in jedem Schuljahr ein „Umweltdienst“ auf freiwilliger Basis eingeteilt.
Gleichzeitig wird aber auch immer wieder versucht, das Müllaufkommen in der Schule zu verringern, z.B. indem die Schülerinnen dazu angehalten werden, wieder verwendbare und damit umweltfreundliche Brotdosen und Trinkflaschen zu benutzen und damit Müll zu vermeiden. In diesem Zusammenhang besteht ein langfristig angelegtes Projekt, bei dem es um die Einführung von kompostierbaren Mehrwegbechern der Firma Nowaste (Hanau) geht. Nachdem im Schuljahr 2012/13 die Schulgemeinde erstmalig mit diesen Bechern versorgt werden konnte, werden immer wieder Bestellmöglichkeiten, vor allem für die Schülerinnen der neuen 5. Klassen angeboten. Zudem wurde die Cafeteria mit Nowastebechern ausgestattet. Denn nach einer längeren Übergangszeit werden seit November 2019 in der Schulcafeteria keine Einwegbecher mehr zur Verfügung gestellt. Stattdessen können Getränke nur noch in eigenen oder ausleihbaren Nowastebechern gekauft werden.

Fledermaus
Fledermaus

Sensibilisierung, Engagement und Übernahme von persönlicher und sozialer Verantwortung stehen auch bei der Korksammlung im Vordergrund. Seit Beginn des Schuljahres 2002/2003 beteiligt sich die Marienschule an der bundesweiten Aktion „Korken für Kork“ und ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung im Netzwerk von Korksammelstellen geworden. Denn Kork ist ein nachwachsender Rohstoff, der viel zu schade zum Wegwerfen ist. Insbesondere im westlichen Mittelmeerraum erfüllen Korkeichenbestände, die es nachhaltig zu bewirtschaften gilt, wichtige ökologische Funktionen in der Kulturlandschaft. Die Korken werden über den Wertstoffhof an das Epilepsiezentrum in Kork bei Kehl (Nähe Freiburg) verschickt, in dessen Behindertenwerkstatt jährlich etwa 90 Millionen Korken zu Dämmstoffgranulat und Zuschlag bei Leichtlehmsteinen oder Leichtlehmmörtel verarbeitet werden.

Ein kleiner Beitrag zum Naturschutz und zu einer naturnahen Gestaltung des Schulhofs sollte ferner durch das Anbringen von Vogelhäuschen sowie von Nisthilfen für Fledermäuse und Wildbienen geleistet werden. Neben „Baumscheiben“ aus Buchen- und Kiefernholz, die im Rahmen des Biologieunterrichts mit unterschiedlich großen Bohrlöchern für verschieden große Wildbienenarten versehen wurden, gibt es ein Insektenhäuschen, bei dem man aufgrund des durchsichtigen Materials der Brutgänge die Larvenentwicklung dieser solitär lebenden und für den Menschen absolut ungefährlichen Insekten beobachten kann. Damit wurden bereits vereinzelte Voraussetzungen geschaffen, um zu verschiedenen Themenbereichen fächerübergreifende und handlungsorientierte Projekte durchführen zu können.

Zwei kleine Teiche, bunte Blumenbeete und ein alter Kastanienbestand tragen zudem zu einer gewissen Biotopvielfalt im Bereich des Schulgeländes bei, die schließlich auch einer Reihe von Tierarten eine Ansiedlung in diesem Bereich möglich macht.

Dr. Ute Lange