Begabtenförderung an der Marienschule

Die Marienschule im Drehtürmodell


Nach dem Schulgesetz hat jedes Kind ein Recht auf optimale Förderung seiner individuellen Fähigkeiten.
Galt traditionell die gezielte Aufarbeitung von Wissens- und Lerndefiziten leistungsschwacher Kinder als wichtige Aufgabe der Pädagogik, so ist nun zusehends die Förderung begabter und hochbegabter Schülerinnen und Schüler in den Fokus gerückt, die im Regelunterricht, der sich am durchschnittlichen Leistungsstand orientiert, dauerhaft unterfordert werden können. Die ständige Langeweile im Unterricht kann zu allmählichem Motivationsverlust, zu innerem Rückzug - als typische Reaktion bei Mädchen - oder zu Verhaltensauffälligkeiten - ebenso typisch bei Jungen zu beobachten - und langfristig zu Leistungsabfall führen.

Zur Beratung und Begleitung betroffener Schülerinnen und Eltern hat die Marienschule seit 2002 Frau Oberstudienrätin A. Mikler-Höppner zur Begabtenbeauftragten ernannt.

Seit dem Schuljahr 2004/2005 praktiziert die Marienschule in enger Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Hochbegabung am Staatlichen Schulamt Fulda das "Drehtürmodell", an dem die vier Fuldaer Gymnasien beteiligt sind. Dieses Modell fördert sehr leitungsstarke wie auch hochbegabte Schülerinnen und Schüler, die für ein zweistündiges Projekt einmal wöchentlich den Regelunterricht verlassen und nahtlos in den Projektunterricht wechseln, daher der Begriff "Drehtür". Der versäumte Unterrichtsinhalt muss eigenständig nachgeholt werden.

Das Projekt stellt ein besonderes, jährlich wechselndes Unterrichtsangebot dar, das von dem Lehrstoff des Regelunterrichts und von dessen Methoden bewusst abweicht, um einem erneuten Wissensvorsprung bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorzubeugen. Seit Beginn des Drehtürmodells hat die Marienschule eine experimentelle Komponistenwerkstatt und aufgrund des großen Erfolges bereits mehrfach eine Theaterwerkstatt angeboten. Seit dem Schuljahr 2014/2015 bietet die Marienschule im Rahmen der Hochbegabtenförderung einen ganzjährigen Mathematk-Projektkurs an, der sich an Schülerinnen ab der Jahrgangsstufe 6 wendet.

Weitere Informationen über die anderen Drehtürprojekte finden Sie auf unsere Web-Site. Klicken sie dazu in die Darstellung.

Die Aufnahme geeigneter Schülerinnen erfolgt durch die Klassenkonferenz nach Sichtung der Zeugnisse und auf Antrag interessierter Erziehungsberechtigter; die im Projektunterricht erbrachten Leistungen werden benotet und sind versetzungsrelevant. Die Teilnahme wird am Schuljahresende durch ein Zertifikat bescheinigt, das später Bewerbungen beigelegt werden kann.

Um eine möglichst große Auswahl an Projektthemen zu gewährleisten, ist es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern je nach Neigung und Alter gestattet, auch die Projekte der anderen Gymnasien zu besuchen.
Die Projektgruppe am Staatlichen Schulamt, der auch die Begabtenbeauftragte der Marienschule angehört, trifft sich seit 2003 regelmäßig zur Organisation und Weiterentwicklung des Drehtürmedells und zur Planung und zum Besuch von Fortbildungsveranstaltungen.

Zum Förderkonzept der Marienschule gehört ebenso die Kooperation mit Schloss Hansenberg, einem Begabteninternat im Rheingau, wie auch die mögliche Vermittlung von Schülerinnen nach Würzburg zum Frühstudium.
Zur Betreuung von Underachievern, die trotz ihres hohen Begabungspotentiales hinter ihren zu erwartenden Leistungen zurückbleiben, steht neben der Begabtenbeauftragten auch eine schuleigene Supervisorin zu Verfügung, die bei Kommunikationsproblemen vermittelt oder auch familientherapeutisch tätig werden kann.
Aufgrund ihrer vielfältigen Aktivitäten auf dem Gebiet der Begabtenförderung wurde der Marienschule im Verband mit den anderen Fuldaer Gymnasien, die dem Drehtürmodell angehören, vom Hessischen Kultusministerium mit Beginn der Schuljahres 2007/2008 das Gütesiegel für Schulen, die hochbegabte Schülerinnen und Schüler besonders fördern, verliehen.

Anneli Mikler-Höppner