Paula Faust: Hackathon Fulda 2020

In 25 Stunden zu einer Corona-Tracking-App

Ende Oktober 2020 hieß es: ran an den Computer, Tastatur bereit, fertig und los. Das Startsignal für den diesjährigen Hackathon erklang am Samstag um 12 Uhr. In genau 25 Stunden mussten mein Team und ich einen geeigneten Lösungsvorschlag zu dem Thema „Corona-App zur Kontaktdaten-Nachverfolgung“ ausarbeiten und anschließend präsentieren.  

 

Hack.. was? Was ist überhaupt ein Hackathon?

Ein Wort zusammengesetzt aus Hacken und Marathon. Viele assoziieren dabei Hacker in einem dunklen Zimmer, die in irgendwelche kriminellen Machenschaften verwickelt sind. Genau das ist es aber nicht. Es handelt sich vielmehr um ein modernes Konzept, bei dem Innovationen und Lösungen zu einer bestimmten Aufgabenstellung erarbeitet werden. Die Schwierigkeit? Die Teilnehmer haben nur ein begrenztes Zeitfenster (meist zwischen 24 und 48 Stunden). In dieser Zeit müssen sie Ideen und Prototypen zu einem Thema entwickeln. Am Ende bewertet eine Jury aus Fachleuten die Arbeiten und vergibt oftmals Geldpreise.  

Hackathon 2020

Hackathon 2020 in Fulda  

Zum zweiten Mal fand nun der Hackathon Fulda statt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der ganze Wettbewerb jedoch online ausgetragen. Insgesamt 30 junge Teilnehmer und Teilnehmerinnen arbeiteten in sechs Teams 25 Stunden an ihren Applikationen zur Nachverfolgung der Kontaktdaten während der Corona-Zeiten. Ziel dabei war es, der Corona-Zettelwirtschaft ein Ende zu setzen.

 

Meine Erfahrung beim Hackathon

Die meisten fragen sich wahrscheinlich, wie ich überhaupt dazu kam, bei dem Hackathon teilzunehmen. Verständlich, Informatik habe ich schon längst abgewählt... dachte ich. Ein Freund war da jedoch anderer Meinung. Er erzählte mir von seiner Teilnahme und berichtete, dass seine Teammitglieder kurzfristig ausgestiegen seien. Daraufhin bot ich meine Hilfe an (aus Spaß!). Aus Spaß wurde jedoch Ernst. Er überzeugte mich davon, bei dem Hackathon mitzumachen.  

Zwei Tage später war es dann auch schon soweit.

Um 10 Uhr wurden alle Teilnehmer online in Gruppen eingeteilt. Unsere erste Aufgabe bestand darin, einen Namen für unser Team festzulegen. Wir (Maximilian, David, Diego und ich) entschieden uns für “Blue Eagles”. Um 12 Uhr ging es dann mit der Ideenfindung los. Nach einigen Stunden stand unser Konzept für die App fest und ich konnte mit meiner Arbeit, dem Gestalten des App-Icons und der Website, beginnen.

Nach über 24 Stunden ohne Schlaf, aber mit drei Kannen Kaffee und Pizza aus der Mikrowelle hatten wir es endlich geschafft: unsere App war bereit für die Präsentation, dem sogenannten Pitch. Live auf YouTube stellten wir unser Ergebnis der Jury und Zuschauern vor und das in nur 5 Minuten.

Hackathon 2020

Unsere App: CoronaTracker

Unsere App ist für ALLE gemacht, sogar für die, die überhaupt kein Handy haben. Wie das funktioniert? Ganz einfach. Wenn nun zum Beispiel jemand ein Restaurant/eine Veranstaltung besucht, muss er dort lediglich einen QR-Code scannen und seine Kontaktdaten in der App eingeben. Zudem besteht die Möglichkeit, auch noch weitere Personen (zum Beispiel die Oma ohne Handy) mit einzutragen. Das war’s. Jeder Veranstalter (Geburtstagsparty, Fußballspiel,..) hat die Möglichkeit, einen eigenen Barcode in nur wenigen Minuten zu erstellen und ihn den Gästen zu Verfügung stellen zu können. Die besuchten Veranstaltungen werden in der App aufgelistet und schaffen dem Nutzer einen klaren Überblick über seinen Kontaktverlauf. Im Falle einer Infektion muss das Dokument der Infektion in der App hochgeladen werden. Alle Leute, die die Veranstaltung zu gleicher Zeit wie der Infizierte besuchten, werden dann benachrichtigt.  

Unsere App hat den großen Vorteil, dass alle Daten dezentral gespeichert werden und somit sehr sicher sind, da zu keinem Zeitpunkt Benutzerdaten verarbeitet werden.

Hackathon 2020

Mein Fazit

Es war eine extrem spannende Zeit, in der ich vor allem eins gelernt habe: Wenn man etwas wirklich möchte, dann schafft man es auch.


Ganz wichtig hierbei waren natürlich auch meine genialen Teamkollegen. Jeder konnte sich auf den anderen verlassen, es gab, trotz des Zeitdrucks, keine Auseinandersetzungen.

Ich kann euch wirklich nur empfehlen, selbst einmal an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, auch wenn ihr euch unsicher seid (so wie ich am Anfang).

Im Endeffekt könnt ihr nichts verlieren, sondern nur gewinnen. So wie wir…den 3. Platz.

 

Paula Faust