Rom-Exkursion der Lateinkurse der Q1


Am 29. September 2017 machten sich die Lateinschülerinnen der Marienschule Fulda auf den Weg nach Rom. Ganz nach dem Motto „alle Wege führen nach Rom“ stiegen sie Freitagabend in den Bus, um 18 Stunden später endlich in der Stadt der sieben Hügel anzukommen.
Tag 1:
Zum vielfältigen Programm in Rom gehörte die Ara Pacis Augustae, die direkt nach unserer Ankunft besucht wurde. Übersetzt bedeutet dies „Friedensaltar des Augustus“, welcher 13 vor Chr. vom römischen Senat zum Dank für die Beendigung der römischen Bürgerkriege in Auftrag gegeben wurde. Während der Vorstellung des Monumentes durch von einige unserer Mitschülerinnen konnten wir uns allmählich in das Leben zur damaligen Zeit in Rom hinein versetzen, sodass wir uns bald wie echte Römerinnen fühlten.
Nach einem Rundgang durch die Altstadt Roms, vorbei am Campo dei Fiori und am Pantheon, bezogen wir unsere Unterkunft im Ostello der Padri Teatini, eine Herberge die vom Orden der Theatiner geführt wird und in unmittelbarer Nähe der Piazza Navona liegt. Nach der langen Anreise und einem guten Abendessen, freuten wir uns auf unsere ‚römische‘ Ruhestätte. Erfreulicherweise hatten wir jeden Tag die Möglichkeit, ein anderes Restaurant auszuprobieren und konnten dabei die italienische Küche sehr gut kennenlernen.

Rom 2017

Tag 2:
Der Sonntag startete direkt mit einem Highlight. Wir durften im Camposanto Teutonico mit der deutschen Gemeinde im Vatikan Gottesdienst feiern. Danach machten wir uns auf den Weg zum Forum Romanum, dem Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen und religiösen Lebens des antiken Rom. Zuvor bestiegen wir noch das Kapitol, auf dem unter anderem zahlreiche Triumphzüge der großen römischen Feldherren ihren Abschluss fanden. Unser Weg führte über den Palatin, dem legendären Gründungsort der Stadt Rom, an dem Romulus hier im Kampf um die Macht mit seinem Bruder Remus zum Sieger ausgerufen wurde, weiter zum Circus Maximus. Leider erinnert dort heute fast nichts mehr an die spektakulären Wagenrennen, die dort einst stattfanden. Nach einem Abstecher zum Marcellustheater ließen wir den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant im Ghetto, dem alten jüdischen Viertel Roms, ausklingen.
Tag 3:
Am Montag besuchten wir ein weiteres Highlight Roms, das größte je gebaute Amphitheater der Welt: das Kolosseum. Auch hier hörten wir wieder Präsentationen unserer Mitschülerinnen, so dass wir uns das Kolosseum und seinen Zweck gut vorstellen konnten. Nebenbei erfuhren wir auch, wie die Sitzverteilung der römischen Bürger an den Rängen belegt war und welche Grausam-keiten sich im Kolosseum abspielten von Gladiatorenkämpfen bis hin zu Tierhetzen, bei denen im Laufe der Jahrhunderte etwa 300.000 bis 500.000 Menschen und noch lange nach ihnen viele Millionen Tiere starben. Einen Einblick in ein gigantisches antikes „Spaßbad“ und die Freizeitgestaltung der Römer boten die noch als Ruine beeindruckenden Caracallathermen. Abschließend besuchten wir die dreistöckige Basilika San Clemente. Dort sind im unteren Teil römische Gebäudereste des 1.- 3. Jahrhunderts zu finden, jedoch auch eine frühchristliche Basilika um 384 als Unterkirche und eine mittelalterliche Kirche ab 1108 als Oberkirche.

Rom 2017

Tag 4:
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der Ruinen der Hafenstadt Ostia Antica. Dort bekamen wir ein genaues Bild davon, wie eine antike Stadt damals aussah. Hier spielte sich das Alltagsleben der einfachen Menschen außerhalb des Zentrums ab. Die Leute besaßen hier alles, was sie brauchten, denn Ostia bestand aus Heiligtümern, Tempeln, Thermen, einem Theater und anderen öffentlichen Bauten. Auch die Wohnbauten der einfachen Bürger und deren architektonischen Aufbau konnten wir hier analysieren.  Nachdem wir viel Zeit in Ostia verbracht hatten, brachen wir zu einer der vier römischen Patriarchalbasiliken, St. Paul vor den Mauern oder auch „ecclesia Sancti Pauli extra muros“, auf. Hier befindet sich das Grab des Apostels Paulus. Bis zur Errichtung des Petersdoms im 16. Jh. Jahrhundert galt St. Paul vor den Mauern als größte Basilika der Welt. Besonders beeindruckend sind im Innenraum der Basilika die zahlreichen Mosaikbilder mit den Porträts aller Päpste der Kirchengeschichte. Ein Gottesdiensterlebnis der besonderen Art bot am Abend die Teilnahme am Gebet der Gemeinschaft St. Egidio in der Kirche in St. Maria in Trastevere. Die besondere Atmosphäre der Kirche und die Offenheit und Herzlichkeit, mit der wir dort empfangen wurden, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Rom 2017

Tag 5:

Da sich unsere Exkursion langsam dem Ende neigte und wir noch nicht den Mittelpunkt der Vatikanstadt besucht hatten, ging es für uns am vorletzten Tag in den Petersdom und in die Vatikanischen Museen.  In den Vatikanischen Höfen sahen wir unter anderem eine Statue, die wir sonst nur aus dem Lateinbuch kannten, die Laokoon-Gruppe der Bildhauer  Hagesandros, Polydoros und Athanadoros aus Rhodos. Des Weiteren findet man in den Vatikanischen Museen zahlreiche Kunstwerke wie zum Beispiel das Fresko des Malers Raffael „Die Schule von Athen“. Vor allem beeindruckten uns die Deckenfresken von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Darauf gingen wir in den Petersdom, welcher auf dem  Grab  des Heiligen Petrus erbaut wurde. Beeindruckt von der Größe und Pracht der Basilika, aber auch ein wenig erschlagen von der Fülle an Eindrücken machten wir uns wieder auf den Weg in die Altstadt und ließen dort unseren letzten Abend in der Ewigen Stadt mit einem mehrgängigen italienischen Buffet (auf italienisch witzigerweise „Aperitivo“ genannt – wir waren danach alle mehr als satt:-) würdig ausklingen.

Rom 2017

Tag 6:

Ein Programmpunkt darf jedoch nicht fehlen, wenn man als Gruppe von Marienschülerinnen in Rom ist. Denn schon unsere Namensgeberin und Schulgründerin Mary Ward reiste nach Rom, um beim Papst Gehör für ihren neuen Orden, die Congregatio Jesu zu finden. So folgten wir ihren Fußstapfen in Rom von einer ihrer gegründeten Schulen, an die heute leider nur noch ein Schild erinnert, bis hin zum englischen Kolleg, wo einige ihrer ersten Gefährtinnen begraben liegen. Dort hielten wir  eine  kurze Andacht und ließen die gelungene Woche nochmal Revue passieren. Nach all diesen spannenden und interessanten Eindrücken stiegen wir wieder in den Bus in der Hoffnung, dass wir irgendwann nochmal nach Rom zurückkehren würden.

Klappt bestimmt, denn wir haben unsere Wünsche am Trevi-Brunnen hinterlassen!              


Theresa Kübchen, Anna-Katharina Weißer, Tamina Pamir (Q1); Fotos: Selina Post (Q1)